Werden Sie unaufhaltbar
Wie
Sie als Vokabellerner einfach nicht mehr zu bremsen sind
Mit der Übung bekommen Sie ein
Gespür dafür, zu welcher Tageszeit, an welchen Orten und mit welchen
Menschen Sie am besten lernen können.
Ich hatte einen Schüler in
meinen Kursen, der sich zum Vokabellernen mit Vorliebe in die städtische
Bibliothek begab, weil er bei der dortigen, ruhigen Atmosphäre wesentlich
besser lernen konnte als in seinem Studentenzimmer.
Lernen Sie dann, wenn Sie sich
am wohlsten fühlen, morgens, mittags oder abends je nach individuellem
Schlafrhythmus. Essen Sie leichtere Kost und meiden Sie Alkohol.
Ihre Höchstleistungen erreichen
Sie dann, wenn Sie sich beim Vokabellernen nicht mehr stoppen lassen. Ich
meine damit, dass Sie Ablenkungen von vornherein ausschalten, indem Sie z.
B. Ihr Telefon - mit Kissen verbarrikadiert -
in den Schrank klemmen, während Sie Vokabeln lernen.
Teilen Sie auch den lieben
Menschen Ihrer Umgebung mit, dass Sie während Ihrer täglichen Lernstunde
nicht gestört werden möchten.
Sauerstoff ist wichtig. Das
Gehirn braucht, wenn es intensiv arbeitet, mehr Sauerstoff als der ganze
übrige Körper. Da Sie bei intensivem Lernen sowieso einen körperlichen
Ausgleich brauchen, sind kleine Spaziergänge, Dauerläufe und das
Schwimmen ideal. Ziehen Sie auch einmal in der Woche ein wenig lauwarmes
Wasser mit einer ganz geringen Prise Salz durch die Nase (Salz kann auch
weggelassen werden), damit Sie Ihre Nasenschleimhäute gegen Erkältung
abhärten, denn Erkältungen stören das Lernen sehr.
Nun
aber der wichtigste Punkt!
Nachdem alle äußeren
Hindernisse gehandhabt worden sind, wenden wir uns dem für das Lernen so
wichtigen Innenleben zu.
Besorgen Sie sich eine Kassette
mit Entspannungsübungen oder mit Autogenem Training und beachten Sie
einmal, wie sehr die innere Ausgeglichenheit Ihre Lernleistungen steigern
kann. Doch auch ohne diese Hilfsmittel sollten Sie sich bei Ihren Lernübungen
jederzeit von Ihrer feineren Intuition aus dem Inneren leiten lassen.
Wählen Sie die Lernart, die Ihnen am meisten Freude bereitet, zuerst.
Dadurch werden Sie unaufhaltbar!
Wenn Sie jetzt z. B. mit Ihren
Verknüpfungs-Techniken an die Grenze Ihrer Vorstellungskraft und Ihrer
schöpferischen Phantasie gekommen sind, wäre es falsch, sich dazu zu
zwingen weiterzumachen.
Gut Ding braucht Weile! Entspannen Sie sich einfach
damit, dass Sie die nächsten Vokabeln Ihres Pensums auf 20 Papierkärtchen
schreiben: Auf die Vorderseite das Fremdwort, auf die Rückseite die
deutsche Bedeutung.
Jetzt nehmen Sie die Kärtchen
in die Hand und sortieren die bereits gelernten Fremdworte bei Ihrem
Kartenstapel nach hinten, während die für Sie noch schwierig gebliebenen
Fremdworte nach vorne kommen. Wenn Sie Ihren Kärtchenstoß so einige Male
durchgehen, haben Sie - durch einen Methodenwechsel -
20 weitere Vokabeln hinzugelernt.
Wenn Sie jetzt ermüden, dann
gehen Sie kurz unter die Dusche und sprechen für sich dann 20 weitere
Vokabeln auf einen Kassettenrekorder, eventuell mit der deutschen
Bedeutung zuerst.
Legen Sie sich jetzt zur
Entspannung hin und schalten Sie den Kassettenrekorder ein.
Während Sie sich die Vokabeln anhören, lesen Sie dieselben gleichzeitig
im Vokabelbuch mit.
Dadurch, dass Sie mehrere Sinne
- in
diesem Fall Auge und Ohr -
gleichzeitig benützen, steigert sich das
Langzeitgedächtnis um etwa 60 bis 80 Prozent.
Diejenigen, die seit längerer
Zeit nicht mehr gelernt haben, beginnen eben mit einer geringeren
Vokabelanzahl (z. B. mit nur 10 bis 15 Fremdwörtern). Diese können Sie
auch zweimal hintereinander auf den Kassettenrekorder aufsprechen, so dass
Sie von der Wiederholung profitieren. Wechseln Sie ruhig öfter die Art
und Weise des Lernens. Gerade dann, wenn Sie die intensiven Bildverknüpfungen
noch nicht so beherrschen, lesen Sie einfach in diesem Buch noch mal das
Kapitel »Vorstufe zum Vokabellernen«.
Mit der Zeit können Sie das
Aufschreiben auf eine schwarze Wandtafel auch dadurch variieren, dass Sie
sich die zu merkende Sache bildhaft vorstellen und mit großer, farbiger
Schrift das Fremdwort darauf malen.
Angenommen, Sie wollen sich das
italienische Wort für »Couch« einprägen, und es fällt Ihnen noch
keine passende, bildhafte Verknüpfung ein, so stellen Sie sich einfach
eine Couchganz groß und farbig - bildhaft vor und schreiben Sie gedanklich mit einem
Riesen-Malstift
das italienische Wort divano darauf.
Halten Sie jetzt diesen
Bildeindruck einen Moment vor Ihrem geistigen Auge fest. Rufen Sie ihn
unmittelbar danach noch einmal hervor, bevor Sie weiter lernen. Sehen Sie,
genau das ist die Erlernung durch das fotografische Gedächtnis!
Ihre bildhafte Konzentration
wird auf diese Weise auch besser, und Sie werden nach einigen wenigen
Tagen in der Lage sein, dieses Bild 10 Sekunden lang vor Ihrem inneren
Auge »tatsächlich zu sehen« und jeden einzelnen Buchstaben des
Italienischwortes divano wieder ablesen zu können.
Diese Fähigkeit beruht auf dem
einfachen Prinzip, dass Gedanken eine sehr feine, wirklich existierende
Energie sind.
Selbst wenn Ihnen diese Erläuterung
esoterisch vorkommt, so bleibt das Prinzip trotzdem wahr, hochinteressant
und erforschenswert! Entscheidend ist, dass es funktioniert!
Zur Steigerung Ihres
fotografischen Gedächtnisses empfehle ich Ihnen gerade dann, wenn Sie die
letzte Schwierigkeitsstufe der in diesem Buch angegebenen Übungen nicht
so schnell erreichen können, folgende, geheime Technik der tibetanischen
Mönche, die das beste Erinnerungsvermögen besitzen, das vorstellbar ist:
Die interessanteste und feinstofflichste
Gedankenenergie, die ein Mensch erzeugen kann, sammeln Sie unbewusst
nachts im Tiefschlaf in der Mitte Ihres Kopfes. Denken Sie an die noch
nicht ganz erforschten Funktionen der Zirbeldrüse und der Hypophyse!
Diese sich nachts sammelnde,
feinstoffliche Energie verlieren Sie morgens beim Öffnen der Augen.
Achten Sie also beim Aufwachen sorgsam darauf, dass Sie Ihre Augen noch
nicht öffnen, sondern geschlossen lassen. Drücken Sie mit zwei Fingern
auf Ihre noch geschlossenen Lider. Massieren Sie sie ein wenig mit
leichtem, kreisendem Druck solange, bis Sie innerlich die Regenbogenfarben
sehen. Das ist die besagte Energie.
Wenn Sie jetzt den Druck auf die
Augäpfel nicht verstärken, erscheint innerlich plötzlich ein großer,
gelber Ring oder eine sehr schöne, hellblaue, strahlende Farbe.
Genießen Sie dieses kleine
Lichterlebnis, solange es anhält (ca. 1 Minute). Dann halten Sie die
Handinnenflächen auf die geschlossenen Augen und öffnen Sie diese, so dass
der Rest an Energie durch die Handflächen aufgenommen wird.
Sie werden sich danach den
ganzen Tag lang frischer und ausdauernder fühlen.
Diese Übung wird
Ihr fotografisches Gedächtnis in einem derart beachtlichen Ausmaß
steigern, dass Sie über Ihre Fortschritte erstaunt sein werden.
Ich habe es selbst erlebt. Den Skeptikern empfehle
ich folgendes: Sobald Sie den gelben Lichtstreifen innerlich sehen, öffnen
Sie die Augen.
Sie werden mit geöffneten Augen
bei vollem Bewusstsein diesen Lichtreif weiterhin vor sich sehen, an der
Wand oder am Schrank, je nachdem, wohin Sie schauen.
Das ist der Beweis für diese
Energie.
Oder: Stellen Sie sich einmal
mit geschlossenen Augen ein Veilchen vor. Jetzt reagieren Sie ganz spontan
und pflücken Sie das Veilchen.
Stellen Sie sich eine Katze vor
und streicheln Sie die vorgestellte Katze.
So unwahrscheinlich es klingt,
machen wir Vorstellungsbilder doch außerhalb des Kopfes!
Stellen Sie sich einfach noch
ein Hochhaus vor in der Größe eines amerikanischen Wolkenkratzers, und
Sie stehen einen Meter davor. Schauen Sie hinauf und beenden Sie die Übung.
Hiermit möchte ich noch einmal unterstreichen, dass ein variables
Vorstellungsvermögen das A und O unserer neuen
Vokabeln-Oberstufen-Technik ist.
Ihre größte Stärke
ist, die verschiedenen Lerntechniken bei Bedarf jederzeit wechseln zu können.
Wir wiederholen:
Ein Bild sagt mehr als 1000
Worte
Dies gilt nicht nur für das
Denken oder eine Situationsbeurteilung, sondern auch für unser
Vokabellernen. Es kommt darauf an, sich einfach rasch ein Bild machen zu können,
egal, welches Bild Ihnen gerade einfällt. Jedes Bild kann als
Eselsbrücke dienen.
Ein Bild nimmt in unserem
Vorstellungsvermögen drei bis fünfmal mehr Fläche ein als ein
geschriebenes oder gehörtes Wort. Stellen Sie sich bei jeder neuen
Vokabel einfach ein Bild vor oder, noch besser, eine Szene oder
Handlungssituation. Diese Gewohnheitsänderung sollten wir etwas üben.
Wichtig dabei ist noch zu sagen,
dass Ähnlichkeitsbilder, Teilbilder und auch Ersatzbilder als Eselsbrücke
genauso wirksam sind wie passende Bilder. Je flexibler Sie in Ihrem
Vorstellungsvermögen werden, desto leichter und schneller können Sie
auch bei den Vokabeln Bilder erschaffen, bei denen ein Ungeübter denken würde:
Dafür lässt sich bestimmt kein Bild projizieren. Gerade bei den schwerer
zu verbildernden Vokabeln werden Sie sich dann also mehr konzentrieren als
bei den leicht in ein Bild umsetzbaren, so dass diese dann intensiv in
Ihrem Langzeitgedächtnis verankert sind.