Roland Geisselhart Gedächtnistraining, Gedächtnistrainer, Gedächtnis, Konzentrationstraining

 

 


 


 

 



Das Online-Buch

Werden Sie unaufhaltbar

 

Wie Sie als Vokabellerner einfach nicht mehr zu bremsen sind

Mit der Übung bekommen Sie ein Gespür dafür, zu welcher Tageszeit, an welchen Orten und mit welchen Menschen Sie am besten lernen können.

Ich hatte einen Schüler in meinen Kursen, der sich zum Vokabellernen mit Vorliebe in die städtische Bibliothek begab, weil er bei der dortigen, ruhigen Atmosphäre wesentlich besser lernen konnte als in seinem Studentenzimmer.

Lernen Sie dann, wenn Sie sich am wohlsten fühlen, morgens, mittags oder abends je nach individuellem Schlafrhythmus. Essen Sie leichtere Kost und meiden Sie Alkohol.

Ihre Höchstleistungen erreichen Sie dann, wenn Sie sich beim Vokabellernen nicht mehr stoppen lassen. Ich meine damit, dass Sie Ablenkungen von vornherein ausschalten, indem Sie z. B. Ihr Telefon - mit Kissen verbarrikadiert - in den Schrank klemmen, während Sie Vokabeln lernen.

Teilen Sie auch den lieben Menschen Ihrer Umgebung mit, dass Sie während Ihrer täglichen Lernstunde nicht gestört werden möchten.

Sauerstoff ist wichtig. Das Gehirn braucht, wenn es intensiv arbeitet, mehr Sauerstoff als der ganze übrige Körper. Da Sie bei intensivem Lernen sowieso einen körperlichen Ausgleich brauchen, sind kleine Spaziergänge, Dauerläufe und das Schwimmen ideal. Ziehen Sie auch einmal in der Woche ein wenig lauwarmes Wasser mit einer ganz geringen Prise Salz durch die Nase (Salz kann auch weggelassen werden), damit Sie Ihre Nasenschleimhäute gegen Erkältung abhärten, denn Erkältungen stören das Lernen sehr.

Nun aber der wichtigste Punkt!

Nachdem alle äußeren Hindernisse gehandhabt worden sind, wenden wir uns dem für das Lernen so wichtigen Innenleben zu.

Besorgen Sie sich eine Kassette mit Entspannungsübungen oder mit Autogenem Training und beachten Sie einmal, wie sehr die innere Ausgeglichenheit Ihre Lernleistungen steigern kann. Doch auch ohne diese Hilfsmittel sollten Sie sich bei Ihren Lernübungen jederzeit von Ihrer feineren Intuition aus dem Inneren leiten lassen. Wählen Sie die Lernart, die Ihnen am meisten Freude bereitet, zuerst. Dadurch werden Sie unaufhaltbar!

Wenn Sie jetzt z. B. mit Ihren Verknüpfungs-Techniken an die Grenze Ihrer Vorstellungskraft und Ihrer schöpferischen Phantasie gekommen sind, wäre es falsch, sich dazu zu zwingen weiterzumachen.

Gut Ding braucht Weile! Entspannen Sie sich einfach damit, dass Sie die nächsten Vokabeln Ihres Pensums auf 20 Papierkärtchen schreiben: Auf die Vorderseite das Fremdwort, auf die Rückseite die deutsche Bedeutung.

Jetzt nehmen Sie die Kärtchen in die Hand und sortieren die bereits gelernten Fremdworte bei Ihrem Kartenstapel nach hinten, während die für Sie noch schwierig gebliebenen Fremdworte nach vorne kommen. Wenn Sie Ihren Kärtchenstoß so einige Male durchgehen, haben Sie - durch einen Methodenwechsel - 20 weitere Vokabeln hinzugelernt.

Wenn Sie jetzt ermüden, dann gehen Sie kurz unter die Dusche und sprechen für sich dann 20 weitere Vokabeln auf einen Kassettenrekorder, eventuell mit der deutschen Bedeutung zuerst.

Legen Sie sich jetzt zur Entspannung hin und schalten Sie den Kassettenrekorder ein. Während Sie sich die Vokabeln anhören, lesen Sie dieselben gleichzeitig im Vokabelbuch mit.

Dadurch, dass Sie mehrere Sinne - in diesem Fall Auge und Ohr - gleichzeitig benützen, steigert sich das Langzeitgedächtnis um etwa 60 bis 80 Prozent.

Diejenigen, die seit längerer Zeit nicht mehr gelernt haben, beginnen eben mit einer geringeren Vokabelanzahl (z. B. mit nur 10 bis 15 Fremdwörtern). Diese können Sie auch zweimal hintereinander auf den Kassettenrekorder aufsprechen, so dass Sie von der Wiederholung profitieren. Wechseln Sie ruhig öfter die Art und Weise des Lernens. Gerade dann, wenn Sie die intensiven Bildverknüpfungen noch nicht so beherrschen, lesen Sie einfach in diesem Buch noch mal das Kapitel »Vorstufe zum Vokabellernen«.

Mit der Zeit können Sie das Aufschreiben auf eine schwarze Wandtafel auch dadurch variieren, dass Sie sich die zu merkende Sache bildhaft vorstellen und mit großer, farbiger Schrift das Fremdwort darauf malen.

Angenommen, Sie wollen sich das italienische Wort für »Couch« einprägen, und es fällt Ihnen noch keine passende, bildhafte Verknüpfung ein, so stellen Sie sich einfach eine Couchganz groß und farbig - bildhaft vor und schreiben Sie gedanklich mit einem Riesen-Malstift das italienische Wort divano darauf.

Halten Sie jetzt diesen Bildeindruck einen Moment vor Ihrem geistigen Auge fest. Rufen Sie ihn unmittelbar danach noch einmal hervor, bevor Sie weiter lernen. Sehen Sie, genau das ist die Erlernung durch das fotografische Gedächtnis!

Ihre bildhafte Konzentration wird auf diese Weise auch besser, und Sie werden nach einigen wenigen Tagen in der Lage sein, dieses Bild 10 Sekunden lang vor Ihrem inneren Auge »tatsächlich zu sehen« und jeden einzelnen Buchstaben des Italienischwortes divano wieder ablesen zu können.

Diese Fähigkeit beruht auf dem einfachen Prinzip, dass Gedanken eine sehr feine, wirklich existierende Energie sind.

Selbst wenn Ihnen diese Erläuterung esoterisch vorkommt, so bleibt das Prinzip trotzdem wahr, hochinteressant und erforschenswert! Entscheidend ist, dass es funktioniert!

Zur Steigerung Ihres fotografischen Gedächtnisses empfehle ich Ihnen gerade dann, wenn Sie die letzte Schwierigkeitsstufe der in diesem Buch angegebenen Übungen nicht so schnell erreichen können, folgende, geheime Technik der tibetanischen Mönche, die das beste Erinnerungsvermögen besitzen, das vorstellbar ist:

Die interessanteste und feinstofflichste Gedankenenergie, die ein Mensch erzeugen kann, sammeln Sie unbewusst nachts im Tiefschlaf in der Mitte Ihres Kopfes. Denken Sie an die noch nicht ganz erforschten Funktionen der Zirbeldrüse und der Hypophyse!

Diese sich nachts sammelnde, feinstoffliche Energie verlieren Sie morgens beim Öffnen der Augen. Achten Sie also beim Aufwachen sorgsam darauf, dass Sie Ihre Augen noch nicht öffnen, sondern geschlossen lassen. Drücken Sie mit zwei Fingern auf Ihre noch geschlossenen Lider. Massieren Sie sie ein wenig mit leichtem, kreisendem Druck solange, bis Sie innerlich die Regenbogenfarben sehen. Das ist die besagte Energie.

Wenn Sie jetzt den Druck auf die Augäpfel nicht verstärken, erscheint innerlich plötzlich ein großer, gelber Ring oder eine sehr schöne, hellblaue, strahlende Farbe.

Genießen Sie dieses kleine Lichterlebnis, solange es anhält (ca. 1 Minute). Dann halten Sie die Handinnenflächen auf die geschlossenen Augen und öffnen Sie diese, so dass der Rest an Energie durch die Handflächen aufgenommen wird.

Sie werden sich danach den ganzen Tag lang frischer und ausdauernder fühlen.

Diese Übung wird Ihr fotografisches Gedächtnis in einem derart beachtlichen Ausmaß steigern, dass Sie über Ihre Fortschritte erstaunt sein werden.

Ich habe es selbst erlebt. Den Skeptikern empfehle ich folgendes: Sobald Sie den gelben Lichtstreifen innerlich sehen, öffnen Sie die Augen.

Sie werden mit geöffneten Augen bei vollem Bewusstsein diesen Lichtreif weiterhin vor sich sehen, an der Wand oder am Schrank, je nachdem, wohin Sie schauen.

Das ist der Beweis für diese Energie.

Oder: Stellen Sie sich einmal mit geschlossenen Augen ein Veilchen vor. Jetzt reagieren Sie ganz spontan und pflücken Sie das Veilchen.

Stellen Sie sich eine Katze vor und streicheln Sie die vorgestellte Katze.

So unwahrscheinlich es klingt, machen wir Vorstellungsbilder doch außerhalb des Kopfes!

Stellen Sie sich einfach noch ein Hochhaus vor in der Größe eines amerikanischen Wolkenkratzers, und Sie stehen einen Meter davor. Schauen Sie hinauf und beenden Sie die Übung. Hiermit möchte ich noch einmal unterstreichen, dass ein variables Vorstellungsvermögen das A und O unserer neuen Vokabeln-Oberstufen-Technik ist.

Ihre größte Stärke ist, die verschiedenen Lerntechniken bei Bedarf jederzeit wechseln zu können.

Wir wiederholen:

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Dies gilt nicht nur für das Denken oder eine Situationsbeurteilung, sondern auch für unser Vokabellernen. Es kommt darauf an, sich einfach rasch ein Bild machen zu können, egal, welches Bild Ihnen gerade einfällt. Jedes Bild kann als Eselsbrücke dienen.

Ein Bild nimmt in unserem Vorstellungsvermögen drei bis fünfmal mehr Fläche ein als ein geschriebenes oder gehörtes Wort. Stellen Sie sich bei jeder neuen Vokabel einfach ein Bild vor oder, noch besser, eine Szene oder Handlungssituation. Diese Gewohnheitsänderung sollten wir etwas üben.

Wichtig dabei ist noch zu sagen, dass Ähnlichkeitsbilder, Teilbilder und auch Ersatzbilder als Eselsbrücke genauso wirksam sind wie passende Bilder. Je flexibler Sie in Ihrem Vorstellungsvermögen werden, desto leichter und schneller können Sie auch bei den Vokabeln Bilder erschaffen, bei denen ein Ungeübter denken würde: Dafür lässt sich bestimmt kein Bild projizieren. Gerade bei den schwerer zu verbildernden Vokabeln werden Sie sich dann also mehr konzentrieren als bei den leicht in ein Bild umsetzbaren, so dass diese dann intensiv in Ihrem Langzeitgedächtnis verankert sind.