Roland Geisselhart Gedächtnistraining, Gedächtnistrainer, Gedächtnis, Konzentrationstraining

 

 


 


 

 



Das Online-Buch

Mehr Vorstellungsbilder bei Vokabeln

Die »Egal-Regel«

Bei jedem Wort, das Sie kennen, ist es leicht, sich sofort ein vorgestelltes Bild davon zu machen. Wenn wir ein Wort nicht nur lesen, sondern uns die genannte Sache auch vorstellen, gelangen wir einen Schritt weiter in Richtung Langzeitgedächtnis.

Genau da wollen wir beim Vokabellernen hin.

Jedes Wort, das Sie nicht verstehen, gleicht einer zu lernenden Vokabel, und wir sollten uns sofort daran gewöhnen, bei jedem Fremdwort gleich seine Bedeutung nachzuprüfen oder im Lexikon nachzuschlagen.

Bildhaft Vorgestelltes ist immer auch verständlicher. Unsere Intelligenz wächst. Wir verstehen besser. Wir lernen leichter. Üben Sie sich also einfach darin, Vokabeln bildhaft zu sehen. Nun wird es Ihnen - vor allem am Anfang - nicht gleich gelingen, bei jedem Wort sofort ein Bild zu sehen.

Sie werden beobachten, dass Ihnen bei den meisten Vokabeln sofort und spontan, auf Anhieb, kein passendes Bild einfällt. Um dieses Problem zu lösen, darf ich Sie mit der nur ganz wenigen Menschen bekannten »Egal-Regel« für das Vorstellungsvermögen bekannt machen.

Die »EgalRegel« besagt, dass Vorstellungskraft immer als Erinnerungsstütze und Eselsbrücke dient, ganz egal ob die Bildvorstellung logisch, unlogisch, passend oder unpassend, praktisch oder nicht praktisch ist.

Der geringste Ähnlichkeitsreiz genügt also schon, um auf der bildhaften Vorstellungsebene den totalen Rückruf der Erinnerung zu bewerkstelligen.

Diese Regel ist geradezu phantastisch. Teile dieser Egal-Regelsind in meinem ersten Buch »So merke ich mir Namen und Gesichter«, Delphin Verlag, München, als Übungen schon dargestellt. Ich empfehle Ihnen die Übungen aus diesem 1. Buch »wärmstens« als Vor-Training zum perfekten Vokabel-Gedächtnis.

Üben wir nun im folgenden die phantastische »Egal-Regel« an einigen Beispielen:

Auf Spanisch heißt »der Dritte« tercero. Ich teile dieses Wort z. B. so: ter-cer-o. Ich stelle mir dann ein Team von 3 Personen vor, und der Dritte von ihnen kehrt den Teer weg, und die anderen rufen »oh«.

Tenemos heißt auf Spanisch »wir haben«. Ich verbildere: Wir haben auf der Tenne Moos (tene - mos).

Tirar heißt werfen oder wegwerfen. Ich stelle mir vor, wie ein Spanier ein Tier doch nicht wegwirft, weil es rar ist.

Ventana heißt Fenster: Am Fenster steht die Anna.

Poder heißt Macht und Kraft. Ich sehe z. B. eine Dame, die sich mit Puder schminkt, damit ihre erotische Macht und Ausstrahlungskraft zunimmt.

Pareja heißt Paar. Nun, die beiden sind ein Paar, weil sie zueinander ja gesagt haben.

Sicher werden Sie feststellen, dass Ihnen einige Bildbeispiele, die ich hier aufgeführt habe, sofort wieder erinnerbar sind. Andere Beispiele werden Ihnen nicht zusagen. 3a, Sie können sich mit einigen Beispielen von mir absolut nicht anfreunden.

Das ist schon richtig so.

Der genaue Grund dafür ist, dass jeder Mensch eine ganz individuelle Phantasie bei der Bildung von Vorstellungen hat.

Bilden Sie also - ganz flexibel, persönlich und individuell Bildverknüpfungen so, wie es Ihnen am meisten zusagt. Das, was Ihnen einfällt, ist eben dann mit Ihrer Phantasie am besten speziell für Sie - merk- und erinnerbar. Trotzdem sollten Sie viele Beispiele von mir beachten, damit Ihre Phantasie angeregt wird und aus dem »Dornröschenschlaf« bisheriger, konservativer Ausbildung erwacht und selbständig wird. Dies ist einer derwichtigsten Schritte in Ihrer ganz persönlichen Kreativitäts-Entwicklung.

So vage und allgemein Ihnen dies am Anfang vorkommt, so dankbar werden Sie der Methode sein, wenn Sie sie beherrschen lernen.