Roland Geisselhart Gedächtnistraining, Gedächtnistrainer, Gedächtnis, Konzentrationstraining

 

 


 


 

 



Das Online-Buch

Die Tiefenspeicherwirkung

Max hatte Interesse an Sprachen. Schon die ersten Sprachstunden in der Schule verglich er mit einer Entdeckungsreise in fremde Kulturen. Er hatte einen Funken von Heinrich Schliemann, dem Wiederentdecker Trojas, an sich.

Durch den Klang einer fremden Sprache fühlte er sich sofort in die dortige Kultur versetzt. Ja, er träumte dann nachts von anderen Zeiten und Ländern und von fremdländischen Sprachklängen.

Diese Geistes und Gemütshaltung machte es ihm leicht, sich gefühlsmäßig in eine andere Sprache einzuleben, einzufühlen, ja förmlich »darin mit der Seele zu atmen«, wie er selbst sagte.

Fazit: Lernen Sie aus diesem Beispiel das Maximale. Finden Sie Interessantes an der Kultur und an den Sitten des fremden Landes.

Versetzen Sie sich gedanklich vor dem Einschlafen - und wann immer es Ihnen möglich ist - durch Ihre bildhafte Vorstellungskraft oder auch durch einen Film oder mittels eines Buches in die historischen Plätze und Ereignisse des Landes.

Dringen Sie so neutral und gefühlsmäßig immer ein Stückchen weiter in den Volkscharakter ein. »Saugen Sie« innerlich am Flair der Sprache. Nehmen Sie es im Traum in sich auf.

Sollte Ihnen das nicht gleich gelingen, so hören Sie sich eine Woche lang vor dem Einschlafen die Nationalhymne des entsprechenden Landes an. Studieren Sie auch den Text der Nationalhymne tagsüber im Original und in der deutschen Übersetzung.

Schauen Sie sich Bücher, Filme, Dias über das Land an. Sie werden feststellen, dass Sie die Sprache wesentlich leichter lernen, mehr behalten, sich leichter in viele Aussprache­besonderheiten hineinversetzen bzw. diese nachahmen können.

Tun Sie das locker und ohne Leistungsdruck. So macht das Sprachenlernen Freude.

Inzwischen hatte Max auch einige interessante Entdeckungen in seinem ganz persönlichprivaten Lernbereich gemacht. Er studierte täglich eine Stunde sein Französisch und fühlte sich dabei ganz zwischen Louvre, Eiffelturm und der SeineBrücke eingebettet. Manchmal dachte er auch daran, seine ersten Sprachkenntnisse bei einem Kurzurlaub an der Côte d'Azur oder in der Provinz bei den Weinbauern oder in Auslandskursen zu testen.

Allein das Vorstellungsbild, bald in das ersehnte Land zu fahren, gab ihm mehr Interesse, Ausdauer und Durchhaltevermögen beim täglichen Vokabellernen.

Er erinnerte sich dabei an eine Sprachlehrerin, die der Klasse berichtete, dass sie einmal eine Gruppe zu unterrichten hatte, die drei Wochen später einen Frankreichurlaub fest geplant hatte. Mit dieser Gruppe konnte sie die besten und raschesten Erfolge verzeichnen, weil die Vorstellung, das Gelernte in Kürze anwenden zu können, auf die einzelnen Teilnehmer so motivierend wirkte, dass alle sehr interessiert und fleißig mitarbeiteten.

Fazit: Planen Sie mit viel Phantasie einige naheliegende Anwendungsziele Ihrer Sprachkenntnis ein, vor allem solche, die sich leicht, schnell, ohne viel Geldaufwand und mit so viel Zeit wie möglich realisieren lassen.

Danach motivieren Sie sich auch über Fernziele und über die wachsende Verbesserung Ihrer Lernfähigkeiten und einen kombinatorischen Einsatz einer Vielzahl von Lernerkenntnissen.  


Aktivierung des Gelernten

Max lernte pro Tag immer eine Stunde lang französische Vokabeln und kleine Redewendungen. Um leichter mit seinem Wortschatz umgehen zu können, versuchte er - sobald er vier, sieben oder zehn Vokabeln gelernt hatte -, diese in irgendeinem Zusammenhang zu bringen bzw. kleine Sätze zu bilden.

So aktivierte er seine Vokabeln und konnte wesentlich schneller als die anderen Schüler kleine Sätze bilden.

Dies weckte auch sein Interesse für die ersten grammatikalischen Regeln.