Damit Sie nicht ein paar Mal in den Schuppen Ihres
Wochenendhauses laufen müssen, verknüpfen Sie diese fünf Gegenstände
miteinander. Wenn Sie den Rasenmäher holen, werden Ihnen die folgenden
vier ohne langes Überlegen einfallen.
Weitere Trainingsmöglichkeiten:
Setzen Sie sich einem Trainingspartner gegenüber. Eine Person spielt den
Trainer, die andere den Übenden. Der Trainer nennt fünf oder zehn
Wortpaare, Satzgegenstände, die Sie recht originell miteinander verknüpfen.
Dann fragt er den Übenden ab, indem er nur das erste oder auch nur das
zweite Wort des jeweiligen Wortpaares sagt, während der Übende den
selbst angeknüpften Begriff sofort nennen kann. Anschließend werden
die Rollen gewechselt.
Wer am meisten Wortpaare verknüpfen
und wieder nennen kann, hat gewonnen. Das heißt aber noch lange nicht, dass
er ein besseres Gedächtnis hat. Er kann eventuell nur auf geschicktere
Art und Weise Verknüpfungen herstellen. Und genau das wollen wir
erreichen.
8. Es
lohnt sich, Sätze, Vorträge, Texte und Anekdoten
in
Erinnerung zu behalten
Ein Mensch mit einem normalen, antrainierten Gedächtnis
kann sich durchschnittlich an drei bis fünf einfache Sätze erinnern.
Vielleicht schaffen Sie etwas mehr?
Testen Sie kurz Ihre Merkfähigkeit:
Lesen Sie folgende acht Sätze zwei‑ bis dreimal durch und versuchen
Sie, diese dann wiederzugeben ‑ gedanklich oder besser noch
schriftlich, dann haben Sie den Beweis Ihrer momentanen Merkfähigkeit
schwarz auf weiß in der Hand. Sie können den Test auch machen, wenn Sie
sich gerade in Hochstimmung fühlen. Das Lernen geht dann meistens viel müheloser
vor sich.

1. Der
Affe klettert auf den Baum.
2.
Fritzchen gießt seine Blumen.
3. Der
rote Regenschirm hat ein Loch.
4. Das
Nilpferd rast durch den Sumpf.

5. Die
Straßenlaterne flackert an und aus.
6. Der
Hausmeister schläft vor dem Fernseher ein.
7. Der
Supermarkt hat Ausverkauf.
8. Die
Kirchturmuhr schlägt 12 Uhr mittags.
Hier folgen noch einmal die acht Sätze hintereinander:
1.
Der Affe klettert auf den Baum.
2.
Fritzchen gießt seine Blumen.
3.
Der rote Regenschirm hat ein Loch.
4.
Das Nilpferd rast durch den Sumpf.
5.
Die Straßenlaterne flackert an und aus.
6.
Der Hausmeister schläft vor dem Fernseher ein.
7.
Der Supermarkt hat Ausverkauf.
8.
Die Kirchturmuhr schlägt 12 Uhr mittags.
Notieren Sie die Sätze möglichst in der
richtigen Reihenfolge. Die ersten fünf oder sechs Sätze dürften Ihnen
am leichtesten fallen.
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Stellen Sie nun fest, ob Ihnen
ein, zwei oder drei der Sätze fehlen. Welche sind es? Merken Sie sich
diese fehlenden Sätze noch einmal und wiederholen Sie den Test, um alle
acht nun lückenlos niederzuschreiben. Dies wäre eine normale Gedächtnisschulung,
wie Sie sie von der Schule her kennen. Ohne Hilfe fortschrittlicher
Imaginationstechniken gleicht diese Lernmethode einem langsamen
Ochsenkarren, während wir mit bildhafter Vorstellung vergleichsweise in
einem Jumbo–Jet reisen. Wir können so auch leichter viel mehr
transportieren.
Versuchen Sie doch einmal, die
Augen zu schließen. Entspannen Sie sich, träumen Sie etwas vor sich hin,
bis Sie einen angenehmen Entspannungszustand erreicht haben. Jetzt
produziert Ihr Gehirn so genannte Alpha–Wellen, wie nach dem
Einschlafen oder wie im Autogenen Training, und Ihre Lern– und
Vorstellungsfähigkeit nimmt zu.
Können Sie sich noch einmal das
Bild vorstellen, wie ein Affe gerade auf einen Baum klettert?
Ein einsekundenlanges Bild
wie bei einem Blitzlichtfoto
genügt schon!
Jetzt sehen Sie vor Ihrem inneren Auge kurz ein
zweites Bild, nämlich wie Fritzchen die Blumen gießt. Sehen Sie
deutlich, wie das Wasser aus der Gießkanne herausströmt und die Blumen
tränkt. Als Erinnerungsauslöser genügt uns dieses Bild vollkommen. Auch
brauchen Sie sich den Satz nicht wortwörtlich zu merken, sondern nur
sinngemäß.
»Der rote Regenschirm hat ein
Loch« lässt sich ebenfalls leicht vorstellen, denn jeder hat schon
einmal einen roten Regenschirm gesehen. Und wie ein Loch in einem
Regenschirm aussieht, weiß auch wohl jeder.
Eines
ist besonders wichtig
Es genügt nicht, dass Sie dies
nur denken, sondern Sie müssen anfangs kurz die Augen schließen und von
dem roten Regenschirm ein echtes Gedankenbild so plastisch und klar wie möglich
erschaffen. Wenn Sie sich den Schirm etwas vergrößert und das Loch
zerfetzt und zerfranst vorstellen, wird es Ihnen leichter fallen, sich
diese originelle Bild zu merken.
Jetzt verkoppeln Sie einmal Ihre Bilder zu einer
Geschichte: Der Affe springt z. B. dem Fritzchen auf die Gießkanne, und
dieser gießt dann ausgerechnet das Wasser durch das Loch im roten
Regenschirm.
Nun der nächste Satz:
»Das Nilpferd rast durch den Sumpf.« Der Satz ist sehr anschaulich, und
deshalb wird es Ihnen leicht fallen, sich diesen bildhaft vorzustellen.
Sehen Sie, wie das Nilpferd einen roten Regenschirm im Maul zerbeißt, und
Sie haben die beiden Sätze miteinander verknüpft.
Die Bildverknüpfung ist eine
sehr interessante und sehr wichtige Technik. Alle großen Gedächtniskünstler
und Gedankenakrobaten im Zirkus, im Varieté und im Fernsehen (denken Sie
nur an die Sendung »Am laufenden Band« – wie herrlich könnte man mit
der Verknüpfungsmethode das Band leerräumen!) benutzen ihr
Assoziationsvermögen, d. h. sie sind in der Lage, durch Training die
tollsten und plastischsten Verknüpfungen zu erfinden. Auch wenn die Sätze
gar nicht zueinander passen, erfinden Gedächtniskünstler immer
originelle und einfallsreiche, humoristische Verknüpfungen. Meist ist das
erste Bild, das Ihnen in den Sinn kommt, das beste.
Jetzt verkoppeln Sie »Das
Nilpferd rast durch den Sumpf« als Bild mit dem Gedankenbild für den nächsten
Satz: »Die Straßenlaterne flackert an und aus«. Nun verbinden Sie
diesen Satz mit »Der Hausmeister schläft vor dem Fernseher ein«. Dann
diesen mit dem Satz »Der Supermarkt hat Ausverkauf« und nun endlich
diesen Satz mit »Die Kirchturmuhr schlägt 12 Uhr mittags«.
Machen Sie eine kurze Pause und
wiederholen Sie noch einmal die Gedankenbilder. Sie werden feststellen, dass
sich durch diese Art der Verkoppelung nicht nur viel merken lässt,
sondern dass sich Ihr bildhaftes Imaginationsvermögen erstaunlich rasch
verbessert. Gleichzeitig steigern Sie Ihre Kreativität und
geistiggedankliche Flexibilität erheblich, was sich in größerem
Einfallsreichtum mit mehr Humor und Phantasie äußert.
Sie werden feststellen, dass
Ihnen diese Bildverknüpfung hilft, die genannten Sätze beliebig auch rückwärts
aufzusagen, was Ihnen mit dem Normalgedächtnis mehr Schwierigkeiten
bereiten würde.
Üben Sie nun mit weiteren acht
Sätzen und machen Sie die Verknüpfungen selbst, dann behalten Sie diese
auch besser:
1. Wir hatten eine harte
Preisverhandlung mit dem Autohändler.
2. Der Kunstmaler verwendet
Pastellfarben.
3. Die Großmutter verliebt sich
in den Straßenbahnschaffner.
4. Der Fuchs hat die Gans
gestohlen.
5. Die Kinder fahren auf dem
Dorfweiher Schlittschuh.
6. Der Raubritter rasselt mit
dem Kettenhemd.
7.
Der Elefant trompetet in der Wilhelma.
8. Der Manager schläft im Flugzeug ein.
Blättern Sie jetzt um und prüfen Sie sich
schriftlich.
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geht mit Schwierigkeitsgrade