Roland Geisselhart Gedächtnistraining, Gedächtnistrainer, Gedächtnis, Konzentrationstraining

 

 


 


 

 

 


Das Online-Buch

Noch schneller und leichter lernen mit Bildbeispielen

7. Dreierkoppelungen

Nun versuchen Sie einmal, Dreierketten herzustellen wie zum Beispiel:

Kugelschreiber - Bier - Handtasche

Ich rühre mit dem Kugelschreiber das Bier um, bis es schäumt, und schütte es dann in die Handtasche. Stellen Sie ähnliche Bilder her, die sich Ihnen plastisch, lebendig und mit viel Einfallsreichtum darbieten:


Kekse
- Eisbär - Bankkonto


Direktor - Wäscheleine - Flöte


Brille - Klee – Fahrrad


Rakete
- Olivenbaum - Tiger


Wandteppich - Auto - Schlaraffenland


Buch - Himbeeren – Sessel

Versuchen Sie, die Dreierkette als Verknüpfungsmethode an ein paar Praxisbeispielen zu üben, z. B. beim Einkaufen oder auch bei drei Erledigungen:

 

Ein Brot kaufen
Fernsehtechniker anrufen
Zahnarzttermin einholen

Es genügt vollkommen, die drei Bilder Brot - Fernsehtechniker - Zahnarzt miteinander zu verbinden.

Weitere Übung: Sie brauchen zum Rasenmähen folgende Dinge:

Rasenmäher
Eimer
Rechen
Harke
ein Tuch (um den Rasenmäher gleich hinterher zu putzen.)

Damit Sie nicht ein paar Mal in den Schuppen Ihres Wochenendhauses laufen müssen, verknüpfen Sie diese fünf Gegenstände miteinander. Wenn Sie den Rasenmäher holen, werden Ihnen die folgenden vier ohne langes Überlegen einfallen.

Weitere Trainingsmöglichkeiten: Setzen Sie sich einem Trainingspartner gegenüber. Eine Person spielt den Trainer, die andere den Übenden. Der Trainer nennt fünf oder zehn Wortpaare, Satzge­genstände, die Sie recht originell miteinander verknüpfen. Dann fragt er den Übenden ab, indem er nur das erste oder auch nur das zweite Wort des jeweiligen Wortpaares sagt, während der Übende den selbst angeknüpften Begriff sofort nennen kann. Anschlie­ßend werden die Rollen gewechselt.

Wer am meisten Wortpaare verknüpfen und wieder nennen kann, hat gewonnen. Das heißt aber noch lange nicht, dass er ein besseres Gedächtnis hat. Er kann eventuell nur auf geschicktere Art und Weise Verknüpfungen herstellen. Und genau das wollen wir erreichen.


8.
Es lohnt sich, Sätze, Vorträge, Texte und Anekdoten in Erinnerung zu behalten

Ein Mensch mit einem normalen, antrainierten Gedächtnis kann sich durchschnittlich an drei bis fünf einfache Sätze erinnern. Vielleicht schaffen Sie etwas mehr?

Testen Sie kurz Ihre Merkfähigkeit: Lesen Sie folgende acht Sätze zwei‑ bis dreimal durch und versuchen Sie, diese dann wiederzugeben ‑ gedanklich oder besser noch schriftlich, dann haben Sie den Beweis Ihrer momentanen Merkfähigkeit schwarz auf weiß in der Hand. Sie können den Test auch machen, wenn Sie sich gerade in Hochstimmung fühlen. Das Lernen geht dann meistens viel müheloser vor sich.

 
1. Der Affe klettert auf den Baum.


2. Fritzchen gießt seine Blumen.


3. Der rote Regenschirm hat ein Loch.


4. Das Nilpferd rast durch den Sumpf.


5. Die Straßenlaterne flackert an und aus.


6. Der Hausmeister schläft vor dem Fernseher ein.


7. Der Supermarkt hat Ausverkauf.


8. Die Kirchturmuhr schlägt 12 Uhr mittags.

 

Hier folgen noch einmal die acht Sätze hintereinander:

1. Der Affe klettert auf den Baum.

2. Fritzchen gießt seine Blumen.

3. Der rote Regenschirm hat ein Loch.

4. Das Nilpferd rast durch den Sumpf.

5. Die Straßenlaterne flackert an und aus.

6. Der Hausmeister schläft vor dem Fernseher ein.

7. Der Supermarkt hat Ausverkauf.

8. Die Kirchturmuhr schlägt 12 Uhr mittags.

Notieren Sie die Sätze möglichst in der richtigen Reihenfolge. Die ersten fünf oder sechs Sätze dürften Ihnen am leichtesten fallen.

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Stellen Sie nun fest, ob Ihnen ein, zwei oder drei der Sätze fehlen. Welche sind es? Merken Sie sich diese fehlenden Sätze noch einmal und wiederholen Sie den Test, um alle acht nun lückenlos niederzuschreiben. Dies wäre eine normale Gedächtnisschulung, wie Sie sie von der Schule her kennen. Ohne Hilfe fortschrittlicher Imaginationstechniken gleicht diese Lernmethode einem langsamen Ochsenkarren, während wir mit bildhafter Vorstellung vergleichsweise in einem Jumbo–Jet reisen. Wir können so auch leichter viel mehr transportieren.

Versuchen Sie doch einmal, die Augen zu schließen. Entspannen Sie sich, träumen Sie etwas vor sich hin, bis Sie einen angenehmen Entspannungszustand erreicht haben. Jetzt produziert Ihr Gehirn so genannte Alpha–Wellen, wie nach dem Einschlafen oder wie im Autogenen Training, und Ihre Lern– und Vorstellungsfähigkeit nimmt zu.

Können Sie sich noch einmal das Bild vorstellen, wie ein Affe gerade auf einen Baum klettert?

Ein einsekundenlanges Bild

wie bei einem Blitzlichtfoto

genügt schon!

Jetzt sehen Sie vor Ihrem inneren Auge kurz ein zweites Bild, nämlich wie Fritzchen die Blumen gießt. Sehen Sie deutlich, wie das Wasser aus der Gießkanne herausströmt und die Blumen tränkt. Als Erinnerungsauslöser genügt uns dieses Bild vollkommen. Auch brauchen Sie sich den Satz nicht wortwörtlich zu merken, sondern nur sinngemäß.

»Der rote Regenschirm hat ein Loch« lässt sich ebenfalls leicht vorstellen, denn jeder hat schon einmal einen roten Regenschirm gesehen. Und wie ein Loch in einem Regenschirm aussieht, weiß auch wohl jeder.

Eines ist besonders wichtig

Es genügt nicht, dass Sie dies nur denken, sondern Sie müssen anfangs kurz die Augen schließen und von dem roten Regenschirm ein echtes Gedankenbild so plastisch und klar wie möglich erschaffen. Wenn Sie sich den Schirm etwas vergrößert und das Loch zerfetzt und zerfranst vorstellen, wird es Ihnen leichter fallen, sich diese originelle Bild zu merken.

Jetzt verkoppeln Sie einmal Ihre Bilder zu einer Geschichte: Der Affe springt z. B. dem Fritzchen auf die Gießkanne, und dieser gießt dann ausgerechnet das Wasser durch das Loch im roten Regenschirm.

Nun der nächste Satz: »Das Nilpferd rast durch den Sumpf.« Der Satz ist sehr anschaulich, und deshalb wird es Ihnen leicht fallen, sich diesen bildhaft vorzustellen. Sehen Sie, wie das Nilpferd einen roten Regenschirm im Maul zerbeißt, und Sie haben die beiden Sätze miteinander verknüpft.

Die Bildverknüpfung ist eine sehr interessante und sehr wichtige Technik. Alle großen Gedächtnis­künstler und Gedankenakrobaten im Zirkus, im Varieté und im Fernsehen (denken Sie nur an die Sendung »Am laufenden Band« – wie herrlich könnte man mit der Verknüpfungsmethode das Band leerräumen!) benutzen ihr Assoziationsvermögen, d. h. sie sind in der Lage, durch Training die tollsten und plastischsten Verknüpfungen zu erfinden. Auch wenn die Sätze gar nicht zueinander passen, erfinden Gedächtniskünstler immer originelle und einfallsreiche, humoristische Verknüpfungen. Meist ist das erste Bild, das Ihnen in den Sinn kommt, das beste.

Jetzt verkoppeln Sie »Das Nilpferd rast durch den Sumpf« als Bild mit dem Gedankenbild für den nächsten Satz: »Die Straßenlaterne flackert an und aus«. Nun verbinden Sie diesen Satz mit »Der Hausmeister schläft vor dem Fernseher ein«. Dann diesen mit dem Satz »Der Supermarkt hat Ausverkauf« und nun endlich diesen Satz mit »Die Kirchturmuhr schlägt 12 Uhr mittags«.

Machen Sie eine kurze Pause und wiederholen Sie noch einmal die Gedankenbilder. Sie werden feststellen, dass sich durch diese Art der Verkoppelung nicht nur viel merken lässt, sondern dass sich Ihr bildhaftes Imaginationsvermögen erstaunlich rasch verbessert. Gleichzeitig steigern Sie Ihre Kreativität und geistiggedankliche Flexibilität erheblich, was sich in größerem Einfallsreichtum mit mehr Humor und Phantasie äußert.

Sie werden feststellen, dass Ihnen diese Bildverknüpfung hilft, die genannten Sätze beliebig auch rückwärts aufzusagen, was Ihnen mit dem Normalgedächtnis mehr Schwierigkeiten bereiten würde.

Üben Sie nun mit weiteren acht Sätzen und machen Sie die Verknüpfungen selbst, dann behalten Sie diese auch besser:

1. Wir hatten eine harte Preisverhandlung mit dem Autohändler.

2. Der Kunstmaler verwendet Pastellfarben.

3. Die Großmutter verliebt sich in den Straßenbahnschaffner.

4. Der Fuchs hat die Gans gestohlen.

5. Die Kinder fahren auf dem Dorfweiher Schlittschuh.

6. Der Raubritter rasselt mit dem Kettenhemd.

7. Der Elefant trompetet in der Wilhelma.

8. Der Manager schläft im Flugzeug ein.

 

Blättern Sie jetzt um und prüfen Sie sich schriftlich.

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