Die neue Masche
Das
absichtslose Lernen
Die Entdeckung des absichtslosen
Lernens kam so zustande:
Eine Dame im Großraum München
besuchte einen Gedächtniskurs, in dem ich die Lernmethode des Passiv-Lernens
(siehe das Beispiel »Taxifahrer«) erwähnte.
Beim Nachhausekommen stöhnte
ihre Tochter: »Oh, jetzt müssen wir auch noch Latein lernen. Wie lerne
ich nur die vielen Lateinvokabeln?« »Latein lernst du?« sagte die
Mutter. »Gib mir doch mal für einen Tag dein Lateinbuch. Das
interessiert mich.«
Um die PassivLernmethode
auszuprobieren, sprach die Mutter sich die Vokabeln der ersten Lektion auf
Kassette. Die Tochter ging etwas früher schlafen als die Mutter; beide
schliefen im selben Raum. Als die Mutter für sich den Kassettenrekorder
leise einschaltete, um beim Einschlafen die Passiv-Lernmethode
mit Lateinvokabeln auszuprobieren, bekam die Tochter noch etwas mit. Sie
drehte sich herum und sagte noch: »Ah, du lernst Lateinvokabeln«,
schlief dann aber weiter.
Der KnallEffekt
für die Tochter kam am nächsten Morgen in der Schule. Die Lateinvokabeln
wurden durchgenommen, und die Tochter brauchte die Vokabeln anderntags nur
noch einmal zur Bewusstwerdung zu hören, um sie dann sofort und bleibend
zu können.
Experiment
Sprechen Sie sich einmal 20 bis
30 Vokabeln mit der deutschen Bedeutung auf Kassette. Lassen Sie die
Kassette während der Einschlafphase abspielen. Sorgen Sie dafür, dass
sich der Rekorder anschließend von selbst abschaltet, so dass Sie gleich
danach von der Einschlaf-
in die Weiterschlafphase sinken können. Lassen Sie die Kassette beim
Aufwachen oder während Ihrer Morgentoilette vor dem Spiegel nebenher
laufen. Sie werden überrascht sein, wie leicht Sie diese Vokabeln lernen.
Prüfung im
Schlaf bestanden
Auf einem Treffen des Münchener
Dr.
Murphy-Vereins
erzählte ein Heilpraktiker ausgefallene Lernerlebnisse. So hatte er auf
seine Heilpraktikerprüfung z. B. die 80 Infektionskrankheiten lernen müssen.
Diese ausführliche Darstellung von 80 Krankheitsbildern, die der HP-Anwärter
dann auch noch differentialdiagnostisch unterscheiden sollte, beschäftigt
die Prüfungsanwärter meist mehrere Monate, wenn nicht ein ganzes Jahr
lang. Es ist ja auch nicht ganz leicht, ein »Ersatz-Arzt« zu werden, ohne eine
Gefahr für die Volksgesundheit darzustellen.
Nun, unser cleverer
Heilpraktikeranwärter hatte sich auch ausgiebig mit den 80
Infektionskrankheiten und deren Beschreibung auseinandergesetzt. Bei dem
Problem, dies alles in Erinnerung zu behalten, kam er auf eine Idee, die
er so schilderte: »Ich reduzierte das Terrain der Infektionskrankheiten
auf ein Minimum, so dass ich es in genau 68 Minuten auf ein Tonband
sprechen konnte. Dieses Tonbandgerät lief eine Woche lang.« Immer. Bei
Tag und bei Nacht, wie er sagte. Selbst, wenn er sich ein Brot strich, hörte
er sich im Hintergrund die Infektionskrankheiten aufsagen.
Er ging optimistisch in die Prüfung
hinein und konnte sich an alle Infektionskrankheiten lückenlos und
bestens erinnern.
Dies ist natürlich ein Extrem.
Doch was tut man nicht alles, um gut in einer Prüfung zu sein.