Roland Geisselhart Gedächtnistraining, Gedächtnistrainer, Gedächtnis, Konzentrationstraining

 

 


 


 

 

 


Das Online-Buch

Die neue Masche

Das absichtslose Lernen

Die Entdeckung des absichtslosen Lernens kam so zustande:

Eine Dame im Großraum München besuchte einen Gedächtniskurs, in dem ich die Lernmethode des Passiv-Lernens (siehe das Beispiel »Taxifahrer«) erwähnte.

Beim Nachhausekommen stöhnte ihre Tochter: »Oh, jetzt müssen wir auch noch Latein lernen. Wie lerne ich nur die vielen Lateinvokabeln?« »Latein lernst du?« sagte die Mutter. »Gib mir doch mal für einen Tag dein Lateinbuch. Das interessiert mich.«

Um die PassivLernmethode auszuprobieren, sprach die Mutter sich die Vokabeln der ersten Lektion auf Kassette. Die Tochter ging etwas früher schlafen als die Mutter; beide schliefen im selben Raum. Als die Mutter für sich den Kassettenrekorder leise einschaltete, um beim Einschlafen die Passiv-Lernmethode mit Lateinvokabeln auszuprobieren, bekam die Tochter noch etwas mit. Sie drehte sich herum und sagte noch: »Ah, du lernst Lateinvokabeln«, schlief dann aber weiter.

Der KnallEffekt für die Tochter kam am nächsten Morgen in der Schule. Die Lateinvokabeln wurden durchgenommen, und die Tochter brauchte die Vokabeln anderntags nur noch einmal zur Bewusstwerdung zu hören, um sie dann sofort und bleibend zu können.

Experiment

Sprechen Sie sich einmal 20 bis 30 Vokabeln mit der deutschen Bedeutung auf Kassette. Lassen Sie die Kassette während der Einschlafphase abspielen. Sorgen Sie dafür, dass sich der Rekorder anschließend von selbst abschaltet, so dass Sie gleich danach von der Einschlaf- in die Weiterschlafphase sinken können. Lassen Sie die Kassette beim Aufwachen oder während Ihrer Morgentoilette vor dem Spiegel nebenher laufen. Sie werden überrascht sein, wie leicht Sie diese Vokabeln lernen.

Prüfung im Schlaf bestanden

Auf einem Treffen des Münchener Dr. Murphy-Vereins erzählte ein Heilpraktiker ausgefallene Lernerlebnisse. So hatte er auf seine Heilpraktikerprüfung z. B. die 80 Infektionskrankheiten lernen müssen. Diese ausführliche Darstellung von 80 Krankheitsbildern, die der HP-Anwärter dann auch noch differentialdiagnostisch unterscheiden sollte, beschäftigt die Prüfungsanwärter meist mehrere Monate, wenn nicht ein ganzes Jahr lang. Es ist ja auch nicht ganz leicht, ein »Ersatz-Arzt« zu werden, ohne eine Gefahr für die Volksgesundheit darzustellen.

Nun, unser cleverer Heilpraktikeranwärter hatte sich auch ausgiebig mit den 80 Infektionskrankheiten und deren Beschreibung auseinandergesetzt. Bei dem Problem, dies alles in Erinnerung zu behalten, kam er auf eine Idee, die er so schilderte: »Ich reduzierte das Terrain der Infektionskrankheiten auf ein Minimum, so dass ich es in genau 68 Minuten auf ein Tonband sprechen konnte. Dieses Tonbandgerät lief eine Woche lang.« Immer. Bei Tag und bei Nacht, wie er sagte. Selbst, wenn er sich ein Brot strich, hörte er sich im Hintergrund die Infektionskrankheiten aufsagen.

Er ging optimistisch in die Prüfung hinein und konnte sich an alle Infektionskrankheiten lückenlos und bestens erinnern.

Dies ist natürlich ein Extrem. Doch was tut man nicht alles, um gut in einer Prüfung zu sein.